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Erfahrene Aussaat-Hobbygärtner werden
diese Seite vielleicht etwas belächeln, aber die Kenner sollten daran denken,
daß sie auch einmal mit diesem Hobby anfingen und keine Erfahrungen hatten. Deshalb ist diese Seite all denjenigen gewidmet, die noch keine oder
sehr wenig Erfahrung mit der Handhabung von Aussaat haben.
Hilfsmittel und Anzuchtbedarf zur Pflanzenaufzucht aus
Samen bekommen Sie hier
Vermehrung der Samen
Die meisten Samen sind in Keimruhe oder besitzen einen Keimhemmstoff.
Da es verschiedene Arten der Keimruhe gibt, sind auch unterschiedliche Methoden
notwenig, um diese aufzuheben oder den Keimhemmstoff abzubauen. Weiter führende
Informationen und spezifische Methoden zur Aussaat werden im Lauf der Zeit zu
jeder Art in unserem Shop unter 'Details' beschrieben.
Allgemeine Hinweise
- Nur gereinigte Aussaatgefäße benutzen und diese mit geeignetem Substrat bis
zum Rand füllen, kurz aufstoßen, damit sich die Erde etwas setzt und mit dem
Daumen rundum an den Rändern andrücken. Das Substrat ist nun gleichmäßig
eben. Nun werden die Samen gleichmäßig verteilt, wobei die größeren Samen
mehr Abstand bekommen sollten. Feine Samen mit lockerem Schwung vorsichtig aus
der Tüte schütten, damit nicht alle an einer Stelle liegen.
Achten Sie darauf das die Samen nicht zu tief liegen, denn den Keimlingen kann es zuviel Kraft
kosten, um an die Erdoberfläche zu gelangen. Ein Absterben der Samen oder
eine erneute Keimruhe wäre die Folge. Zwar keimen fast alle Samen in der
Dunkelheit, jedoch sollten die Aussaatgefäße so hell wie irgendmöglich
aufgestellt werden, damit die Keimlinge erkennen, daß Ihnen ausreichend Licht
für ihr Wachstum zur Verfügung steht, wenn sie die Erdoberfläche erreichen
und ihr erstes Grün zeigen. Halten Sie das Substrat gleichmäßig kostant
feucht, auf keinen Fall naß. Schon ein kurzzeitiges Austrocknen des Substrates
kann ebenfalls ein Absterben der Samen zur Folge haben.
Fügen Sie dem Wasser eine geringe Menge Insektizid gegen die Larven der
Trauermücke und ein pilztötendes Mittel zum Schutz vor Schimmelpilzen bei.
Gegen die Trauermücke und andere Schädlinge kann bei Aussaaten Cheshunt
Compound verwendet werden, daß sehr viel wirksamer das bekannte
Chinosol ist.
Aussaatgefäße
- Zur Aussaat sind Topfplatten und Zimmergewächshäuser mit einer Abdeckhaube
geeignet, die es in verschiedenen Größen und Ausführungen mit oder ohne
Lüftungsklappen gibt. Es können aber auch andere Gefäße genommen werden, wie
Joghurtbecher, Obst- und Gemüseschalen etc. Wichtig ist, daß nur gut
gereinigte und desinfizierte Gefäße genommen und Abzugslöcher in den Boden
gemacht werden und dann mit Glas, Klarsichtfolie oder anderem durchsichtigen
Plastikmaterial abgedeckt wird, um ein Austrocknen der Erdoberfläche zu
verhindern. Förderlich ist auch eine Wärmeplatte oder eine Keimbox mit
einstellbarer Temperatur, die überall im Fachhandel erhältlich sind. Für
unbeheizte Gewächshäuschen kann die Temperatur auf der Heizung erreicht
werden.
Tipp: Sollte die Temperatur auf der Heizung so hoch werden, daß die untere Erde
im Gefäß zu schnell austrocknet und die Erdoberfläche noch feucht ist,
empfiehlt es sich, eine dünne Styroporplatte unter das Aussaatgefäß zu
legen.
Aussaatsubstrat
- Ein wichtiger Faktor ist die richtige Substrat. Es sollte zur Aussaat
Zimmertemperatur aufweisen, locker, luftig und
durchlässig sein und einen sehr niedrigen Nährstoffgehalt haben. Niemals
normale Blumenerde benutzen, da diese Düngesalze enthält und dies schadet den
zarten Wurzeln der Sämlinge. Es ist zu
beachten, daß man erst aussäen sollte, wenn das Substrat Temperatur hat.
Im Fachhandel ist handelübliche Aussaaterde erhältlich, die jedoch mit 1/3 Sand,
Perlite oder Vermiculite
vermischt werden sollte, um eine gute Durchlässigkeit zu erreichen,
geeeignet ist auch Kakteenerde.
Sehr gut zur Aussaat ist auch Kokohum.
Dieses Substrat wird aus den getrockneten Fasern der Kokonuss hergestellt und in
gepreßter Form als Briketts angeboten. Ein Brikett ergibt unter Zusatz
von Wasser eine fertige Substratmenge von ca. 8 Liter. Die hohe Struktur- und
Faserfestigkeit besitzt ein ausgezeichnetes Wasserhaltevermögen und einen hohen
Luftanteil, der sich positiv auf ein kräftiges und gesundes Wurzelwachstum
auswirkt. Ist frei von Unkrautsamen und schrumpft nicht beim Austrocknen. Es
kann als alleiniges Substrat oder auch als Beimischung verwendet werden.
Vorbehandlungen und Vorkeimung verschiedener Arten vor der Ausaat
In der Pflanzenwelt werden Früchte, die Samen enthalten, mit den
unterschiedlichsten Farben, Formen und Strukturen zu ihrer Verbreitung
ausgebildet. Sehr viele davon besitzen zu ihrem Schutz eine ausgeprägte
hartschalige und wasserundurchlässige Hülle. Eine Keimung kann nur erfolgen,
wenn die Samen mit feuchten Elementen und
Wärme und/oder Kälte (je nach Gattung und Art) in Berührung kommen.
Um eine Keimung in Gang zu setzen, ist eine entsprechende Vorbehandlung nötig,
um die Samenschale porös und durchlässig zu machen, damit die Feuchtigkeit die
Oberfläche durchdringen kann.
- Große und/oder hartschalige Samen wie Cassien, Erythrina's,
Strelitzien, Heliconien, Bananen u.v.a. benötigen
immer eine Vorbehandlung. Die üblichste Methode ist das Anfeilen bzw.
Aufrauhen mit grobem
Schmirgelpapier oder ein vorsichtiges Anritzen mit einem Teppichmesser, wobei
darauf zu achten ist, daß nicht zu tief gefeilt bzw. geschnitten
wird. Anschließend für ca. 12 - 24 Std. in warmen Wasser
einweichen. Besonders
hartschalige Samen z.B. Musa oder Palmen-Samen können auch bis zu 36 Std. und
länger vorquellen. Eine konstante Temperatur kann z.B. über der Heizung oder
in einer Thermoskanne erreicht werden. Das Wasser sollte mind. 1 x täglich
gewechselt werden. Sind die Samen gequollen, muß unverzüglich ausgesät
werden. Dieses Saagut ist vor der Aussaat kurz abzutrocknen!
Tipp: Je größer die Samen, desto länger muß u.U. eingeweicht werden
Weitere Möglichkeiten
- Sie können auch eine Lösung mit Kaliumnitrat herstellen,
welches die Samenhülle ebenfalls weicher machen kann.
Die Samen für mindestens 24 Std. darin einweichen. Nach dieser Prozedur sollte
das Saatgut sofort gesät werden. Es können mehrere Samensorten gleichzeitig in
derselben Lösung, aufgeteilt in kleinere Behälter, eingeweicht werden. Die
Aussaatgefäße sollten mit Abschluß der Einweichperiode vorbereitet
sein.
Eine schnellere Keimung bei verschiedenen Gattungen und Arten bewirkt das Kaliumnitrat, wenn es
0,2%ig angewendet wird. Dazu werden die Samen für nicht länger
als 24 Std. eingeweicht und danach gut abspülen und unverzüglich aussäen.
Tipp: Die verbliebene Restlösung kann zum Wässern des Aussaatsubstrates
benutzt werden!!!
- Sie nehmen eine 3%ige Peroxid-Lösung. Die Samen werden für ca. 20 Minuten
in dieser Lösung desinfiziert. Die Samenschale kann sich etwas verändern.
Anschließend die Lösung zur Hälfte mit Wasser verdünnen und die Samen für
weitere 24 Std. darin einweichen. Vor der Aussaat gut abspülen. Die Lösung
benötigt keine Temperatur. Auch hier sollte unverzüglich gesät werden.
- Verschiedene Arten der australischen und südafrikanischen Flora (Acacien,
Hibbertia, Banksien, Leucospermum, Proteen u.v.a.) sind in Keimruhe und
benötigen speziellere Bedinungen, um die Keimung anzuregen. Am Naturstandort
sind es die regelmäßig auftretenden Wald- und Buschbrände. Diesen Effekt kann
man mit 'Kirstenbosch
Instant Seed
Primer' leicht nachvollziehen. Die Seed Primer-Lösung enthält eine
Kombination von natürlichen Substanzen, die diesen Ruhezustand überwinden und
so die Samenkeimung anregen. Ein kurzzeitiges überbrühen mit kochendem
Wasser simuliert ebenfalls den zuvor genannten Effekt.
Tipp: Bei einer Bestellung von Saatgut aus südafrikanischen und/oder
australischen Regionen wird eine entsprechende Menge 'Seed Primer' kostenlos
mitgeliefert.
Die Plastiktüte-Methode
-
Nehmen Sie feuchtes Sphagnum-Moos, grobes Torfmoos oder Kokohum
und drücken Sie
das meiste Wasser heraus. Eine Handvoll oder zwei davon in die
Reißverschluß-Plastiktüte mit den Samen legen und diese verschließen. Wenn
Sie die Samen zuvor erst beschädigt und eingeweicht haben, so sind diese auch
erst mit einem Tuch abzutrocknen, sonst schimmeln sie leicht. Das Plastik macht
die Kontrolle leichter, ob Schimmelbefall oder eine Keimung erfolgt ist. Die
Plastiktüte niemals in direktem Sonnenlicht liegenlassen, weil die Temperatur
im inneren zu heiß werden kann. Diese Methode ist ideal zum Vorkeimen, man kann
aber auch warten bis sich Wurzeln und Stengel entwickelt haben und dann in
kleine Töpfchen pflanzen. Es funktioniert super und spart Platz!!!
- An dieser Stelle möchte ich noch eine etwas andere Methode zum
Vorkeimen von Saatgut ansprechen, muß aber sagen, daß ich persönlich damit
noch keine Erfahrung gesammelt habe. Diesen Tipp erhielt ich durch einen
begeisterten Aussaat- und Pflanzenfreund.
Eine sogenannte Keimsprossenbox soll ebenfalls sehr hilfreich zum Vorkeimen von
Saatgut sein.
Samen durch Anfeilen und Einweichen vorbehandeln und anschließend in etwas
feuchte Küchenrolle verpacken. Die untere Etage der Sprossenbox wird nur ganz
leicht mit etwas Wasser besprüht und anschließend die zuvor verpackten Samen
darin verstauen. Jede Etage kann individuell mit Saatgut, je nach erforderlicher
Feuchtigkeit und Temperatur auf diese Art und Weise bestückt werden. Das ganze
stellen Sie anschließend auf eine Wärmeunterlage oder Heizplatte. Allerdings
müssen Sie täglich kontrollieren, ob noch ausreichend genug oder zuviel
Feuchtigkeit vorhanden ist. Erfolgreich wurde dies bereits mit Samen der
Albizien, Sesbanien u.v.a. praktiziert.
Wer experimentfreudig ist und diese Methode probieren möchte, kann sich gern
diese Box
bestellen.
Aussaattiefe
- Mittelgroße bis große Samen, wie Adansonia, einige Erythrina's, Melia
keimen gut, wenn sie nicht tiefer gelegt werden, als sie selbst dick sind. Bei
den meisten Sämereien ist dies ca. 1 - 2 cm.
- Lichtkeimer und staubfeine Samen wie Arbutus unedo, Callistemon,
Eucalyputus, Melaleuca, u.v.a. werden nicht mit Substrat bedeckt, sondern nur leicht
andrücken und von unten wässern. Stellen Sie dazu das Aussaatgefäß auf eine
andere mit Wasser gefüllte Unterlage und warten Sie, bis das Aussaatgefäß
bis zur
Oberfläche durchfeuchtet ist.
- Flache und geflügelte Samen wie Gyrostemon, Gelsemium, Tabebuia, Tecoma,
Tecomaria u.v.a. benötigen keine Vorbehandlung und müssen nur leicht mit
Substrat oder nur mit Vermiculit bedeckt werden. Vermiculit ist sehr
lichtdurchlässig und hält die Feuchtigkeit länger. Zudem verkrustet das
Substrat nicht so leicht, falls doch einmal nachgefeuchtet werden muß.
- Samen von Fruchtpflanzen, deren Fruchtfleisch noch anhaftet, sollte
gründlich entfernt und gereinigt werden. Anschließend ist es sinnvoll vor der
Aussaat eine kurze Desinfektion mit der 3%igen Peroxid-Lösung vorzunehmen.
Bereits gekeimte Samen sollten davon ausgeschlossen werden.
Tipp: Samen von Fruchtpflanzen lassen sich sehr gut im Plastikbeutel mit
Sägespäne, Vermiculit oder Kokohum
vorkeimen. Gute Ergebnisse wurden bei
Artocarpus, Theobroma, Melicoccus bijuga u.v.a. erzielt. Achten Sie aber auf den
Feuchtigkeitsgehalt des Substrates. Melicoccus z.B. benötigt feuchteres
Substrat als Theobroma.
Aussaattemperatur
- Warmkeimer
Den meisten tropischen und subtropischen Samen kommen mit einer Keimtemperatur von 20 - 25ºC
zurecht. Warmhauspflanzen wie einige Palmenarten, Heliconien und auch
Nelumbo Samen benötigen höhere Temperaturen zur Keimung.
Kaltkeimer
Zu diesen Arten gehören Gehölzsamen wie Asimina, Magnolien, aber auch viele
Stauden und Kletterpflanzen wie Clematis. Ohne eine Stratifkation, d.h. die
Samen benötigen eine Kalt-Naß-Behandlung, fällt ein Keimerfolg sehr gering
oder total aus. Je nach Gattung und Art liegt die optimale Temperatur zwischen 0
bis 5°C. Auch hier ist darauf zu achten, daß das Substrat niemals
austrocknet.
-
Freiland- und Gewächshausvariante:
Samen, wie schon erwähnt, in Aussaatgefäße legen, wobei die großen Samen
in Einzeltöpfe kommen. Als Substrat sollte Kokohum
oder ein feuchtes Torf-Sand-Gemisch genommen werden. Samen, die von Natur aus ein eher saures Substrat
bevorzugen, sollten auch für die Keimung eine Aussaaterde für Azaleen und
Rhododendron bekommen. Langsam keimendes Saatgut bekommt ein Gemisch auf
Lehmbasis.
Bei dieser Methode muß auch einmal mit milderen Wintern gerechnet werden, dann
fällt die Keimrate u.U. nicht sehr hoch aus. Verlieren Sie nicht die Geduld,
denn eine Keimung kann, je nach Gattung und Art zwischen 2 Wochen bis zu 1-2
Jahren dauern.
Tipp: Bedecken Sie Ihre Aussaaten mit einer Schicht Vermiculit, kleinen
Kieselsteinen, die man z.B. auch in Aquarien benutzt, um Schimmelbefall,
verschiedene Moose oder einer verkrusteten Oberfläche vorzubeugen.
-
Kühlschrankvariante:
Große Samen - Legen Sie die Samen und eine kleine Menge steriles, aber
feuchtes Substrat in einen, vorzugsweise
selbstverschließbaren Gefrierbeutel oder einen Gefrierbeutel mit
Reißverschluß und fügen eine kleine Menge Wasser hinzu
und verschließen den Beutel.
Die Keimung ist wöchentlich zu kontrollieren.
Beim ersten Anzeichen der Keimung, das Saatgut aus
dem Beutel entnehmen und dieses mit ein wenig Erde vermischt an einem hellen wärmeren Ort
antreiben. Haben sich evtl. erste Wurzelansätze gezeigt, diese in
vorbereitete Aussaatgefäße verpflanzen und ebenfalls an einem wärmeren Ort
weiterkultivieren.
- Kleine und staubfeine Samen - Ein Papierhandtuch bzw. ein Stück
Küchenrolle falten und anfeuchten. Dieses angefeuchtete Tuch in einen
Plastikbeutel legen; ein kleines Rechteck aus einem trockenen Stück
Papierhandtuch ausschneiden; versuchen Sie, wenn möglich, ein unbehandeltes
Tuch zu benutzen. Die Samen auf das Rechteck legen und zur Hälfte falten. Das
gefaltete Stück auf das angefeuchtete Stück innerhalb des Beutels legen und
fest verschließen. Beim ersten Zeichen von Keimung die gesprießten Samen dem Beutel
entnehmen, (mit Zahnstocher oder Nadel vorsichtig aufnehmen) oben auf die
feuchte Erde des vorbereiteten Aussaatgefäßes setzen und an einem wärmeren
hellen Ort stellen. Für einen oder zwei Tage mit lichtdurchlässigem Material
bedecken, diejenigen, die keine Feuchtigkeit haben, mit einem Fungizid
besprühen. Nicht vergessen, die Beutel mit einem Etikett
zu versehen mit Datum und Sorte zu beschriften in Ihren Beutel zu legen.
Nach der Aussaat
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Nach der Aussaat mit einem flachen Brettchen oder Handteller leicht andrücken.
Dann mit einem Handsprüher gründlich angießen, bis alles durchfeuchtet ist.
Das Substrat darf nur mäßig, muß aber gleichmäßig feucht sein. Nachfeuchten
ist eigentlich kaum erforderlich, aber im Notfall nur mit einem Handsprüher.
Das Saatgut erhält dadurch Anschluß an das Substrat und beginnt zu quellen. Nicht vergessen:
Jede Sorte erhält ein Etikett mit Namen und Datum. Nun wird die Aussaat mit
einer Abdeckhaube, Glas, Plastik oder Klarsichtfolie abgedeckt. Bis zum Aufgang
der Saat bleibt die Schale so vor dem Austrocknen geschützt. Nun die Schale an
ihren dafür vorgesehenen Platz aufstellen, meistens ist es in der Nähe einer
Heizung. Gleichmäßige Feuchtigkeit und Temperatur sind wichtig. Schon ein
kurzes Trockenwerden reicht aus, um empfindliche Sämereien zu schädigen. Zu
feuchtes oder nasses Substrat läßt die Samen faulen und verrotten
Hinweis: Hat sich unter der Abdeckung nur ein leichter Nebel gebildet,
ist das geschaffene Kleinklima ideal. Sollten sich jedoch dicke Tropfen unter
der Abdeckung gebildet haben, ist die Feuchtigkeit zu hoch und sollte öfters
gelüftet werden, da das Substrat durch herabfallende Tropfen auf die
Aussaatgefäße zu nass werden kann.
Nach der Keimung
- Sofort nach Erscheinen der ersten Keimblätter die Saatgefäße täglich
etwas länger aufdecken, zuletzt unbedeckt lassen. Auch Zimmergewächshäuser
mit angebrachten Lüftungsklappen ab jetzt regelmäßig über einen
längeren Zeitraum öffnen und nach wenigen Tagen die Abdeckung entfernen.
Es dauert nur einige Tage und die kleinen Pflänzchen
entwickeln ein kräftiges Wachstum. Man sollte sie eigentlich jetzt 4 - 5ºC kühler
stellen als beim Keimen. Sie vergeilen sonst und werden zu lang, denn kompakte
und gedrungene Pflanzen erleichtern die Arbeit beim Pikieren.
Weiterkultur
- Nach Erscheinen
von 3 - 5 Blattpaaren in kleine Töpfchen vereinzeln. Die Töpfchen werden dazu mit
leicht gedüngtem Substrat oder mit Pikiererde, welche im Fachhandel
erhältlich ist, gefüllt und ein kegelförmiges Loch in das Substrat
gestochen. Man hebt die kleinen Pflänzchen vorsichtig heraus und gibt sie in
das Pflanzloch. Die Wurzeln sollten nicht gekrümmt werden. Zu lange
Wurzeln werden etwas eingekürzt, was sie zu vermehrter Wurzelbildung veranlaßt.
Die Sämlinge sollten ca. 1 - 2 cm über der Erdoberfläche stehen, dies
ist der Abstand zwischen Keimblätter und Substrat. . Zu
tief eingesetzte können verfaulen, zu hoch getopfte fallen leicht um. Danach
werden sie mit einer feinen Brause gründlich angegossen und an einem hellen
Platz absonnigen Platz aufgestellt. Pralle Sonne kann zu Verbrennungen führen.
Jungpflanzen sollten gedrungen und kräftig sein. Ein zu früher Aussaattermin
im Januar oder Anfang Februar ist ohne Zusatzbeleuchtung noch nicht so günstig,
da die Sämlinge oft zu lang werden. Bei der Aussaat ab März sind die Tage
bereits so lichtreich, das alle Pflanzen freudig wachsen. Also nicht zu früh
aussäen, die Natur holt die Verzögerung spielend auf. Ebenso sollten die Pflänzchen
nach und nach mit frischer Luft oder geöffnetem Fenster ein wenig abgehärtet
werden. Auch hier kann pralle Sonne zu Verbrennungen führen.
Viele Pflanzen müssen nach einigen Wochen bereits umgetopft werden, aber
immer erst, wenn das Gefäß gut durchwurzelt ist.
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